Tag Archives: Linux

Tastenkombinationen

keys_small

Tastenkombinationen oder Tastaturkürzel werden meiner Meinung nach viel zu wenig verwendet, ich empfehle jedem, sich zumindest ein paar grundlegende anzugewöhnen.

Früher habe ich auch keine Tastenkürzel verwendet, aber das ist schon sehr lange her. Irgendwann habe ich festgestellt, dass man damit schneller und produktiver unterwegs ist und ich habe mich bemüht, mir so viele wie möglich anzueignen. Man ist einfach schneller, wenn man beim Arbeiten nicht andauernd eine Hand von der Tastatur zur Maus und wieder zurück bewegen muss (und es ist bequemer).

Ich kann aus eigener Erfahrung versichern, dass viele grundlegende Tastenkürzel auf jedem Betriebssystem und in vielen unterschiedlichen Programmen funktioneren, man muss also nicht ständig neu lernen, wenn man sich einen Grundstock angeeignet hat. Im folgenden habe eine Liste („Cheatsheet“) der gängigsten und universellen Tastenkürzel zusammengestellt.

Allgemein

  • Strg+C – Kopieren (Diese Kürzel funktionieren z.B. mit Text, Bildern und Dateien)
  • Strg+V – Einfügen
  • Strg+X – Ausschneiden (Kopieren + Löschen gleichzeitig)
  • Strg+A – Alles Markieren (Geht z.B. mit Text, Dateien und bei Bildbearbeitung)
  • Strg+Z – Rückgängig
  • Strg+Y – Wiederherstellen
  • Alt+F4 – Programm beenden (ein Relikt aus DOS-Tagen, funktioniert aber noch)
  • Scrollen mit Pfeiltasten, Bild-Auf/Bild-Ab, Pos1 und Ende
  • F1 – Hilfe öffnen
  • Menütaste – Kontextmenü öffnen (als Alternative zu Rechtsklick)
  • Esc – Menü schließen, Verlassen

Betriebssystem

  • Alt+Tab – Zwischen offnenen Programmen hin- und herwechseln (Alt+Shift+Tab für rückwärts)
  • Alt+Enter – Vollbild aktivieren (Hauptsächlich bei Spielen)

Dateimanager

  • Shift+Pfeil-Auf/Pfeil-Ab/Bild-Auf/Bild-Ab – Dateien Markieren
  • Strg+ Pfeil-Auf/Pfeil-Ab/Bild-Auf/Bild-Ab – Cursor bewegen
  • Leertaste – Einzelne Dateien Markieren
  • Enter – Datei öffnen/starten oder Ordner betreten
  • Rücktaste – Ordnerhistorie zurück

Webrowser

  • Strg+T – Neuer Tab (Geht oft auch in Programmen, die in irgendeiner Form Tabs bieten)
  • Strg+W – Aktuellen Tab schließen
  • Strg+Shift+T – Letzten geschlossenen Tab wiederherstellen (abhängig vom Browser geht auch Strg+Z)
  • Strg+Tab – Offene Tabs durchwechseln (Strg+Shift+Tab rückwärts)
  • Alt+Pfeil Links – Zurück
  • Alt+Pfeil Rechts – Vorwärts
  • Alt+Pos1 – Startseite
  • F5 – Seite neu laden (Alternativ geht Strg+R), Strg+F5 neu laden ohne Cache
  • F11 – Vollbild (nochmal um Vollbild zu verlassen)
  • Strg+Shift+B – Lesezeichenlist öffnen (bei Chrome Strg+Shift+O)
  • Strg+Shift+Entf – Browser History Löschen (öffnet Dialog)
  • Mittlere Maustaste – Link in neuem Hintergrundtab öffnen (ist kein Tastaturkürzel, passt aber in den Kontext, geht in jedem Browser)

Texteditor/IDE/Textbearbeitung

  • Strg+S – Speichern (Eines wichtisten Tastaturküzel überhaupt)
  • Strg+O – Datei öffnen (Dieses Küzel geht in sehr vielen weiteren Programmen, z.B. Browser, Bildbetrachter, PDF-Reader, Mediaplayer)
  • Strg+N – Neue Datei erstellen
  • Ende – Zum Zeilenende sprigen
  • Pos1 – Zum Zeilenanfang springen
  • Strg+Ende – Zum Datei-/Textende springen
  • Strg+Pos1 – Zum Datei-/Textanfang springen
  • Shift+Pfeil Links/Pfeil Rechts – Markieren
  • Strg+Shift+Pfeil Links/Pfeil Rechts – Wort markieren
  • Shift+Ende – Bis zum Zeilenende markieren
  • Shift+Pos1 – Bis zum Zeilenanfang markieren
  • Shift+Bild-Auf/Bild-Ab – Zeilenmenge entsprechend Bildschirmhöhe markieren
  • Strg+Shift+Ende – Bis zum Dateiende markieren
  • Strg+Shift+Pos1 – Bis zum Dateianfang markieren
  • Strg+Shift+Pfeil-Auf/Pfeil-Ab – Markiertes um Zeile verschieben (geht auch mit ganzen markierten Textblöcken, leider ist dieses Kürzel in vielen Editoren unterschiedlich)
  • Strg+D – Zeile oder Markierten Text duplizieren (ist auch bei unterschiedlichen IDEs und Texteditoren unterschiedlich)

Windows spezifisch

  • Windows-Taste – Starmenü öffnen (um direkt suchen zu können, ab Vista)
  • Windows-Taste+S – Suchen (Windows 8.X, um nicht ins Kachelmenü zu kommen)
  • Windows-Taste+R – Ausführen Dialog
  • Windows-Taste+P – Projektor Dialog
  • Windows-Taste+X – Mobilcenter (Nützliche Schnelleinstellungen, ab Windows 8.X Quicklink-Menü)
  • Windows-Taste+I – Einstellungscharm (Windows 8.X)
  • Windows-Taste+D – Desktop anzeigen

Diese Liste ist natürlich nicht annähernd komplett, aber mit diesen Tastenkombinationen kommt man sehr sehr weit. Sollte ich ein wichtiges Tastaturküzel vergessen haben, bitte in den Kommentaren erwähnen.

Ergänzungen: Die Windows-Taste verhält sich auf Linux komplett anders und hat dort keine einheitliche Bezeichnung (oft Meta-Taste). Auf Macs ist das Äquivalent die Apfel-Taste. Leider verhalten sich Tastenkombinationen auf Macs anders, meist wird an Stelle der Strg-Taste die Apfel-Taste verwendet.

Ein letzter Tip: Wenn man viel mit einem bestimmten Programm arbeitet, kann man einmal die Menüs durchsehen und sich die Tastenkombinationen für oft verwendete Funktionen heraussuchen.

Warum aktuelle Software

update

Viele Leute kümmern sich nicht um die Versionen der Software und Tools die sie verwenden. Die Gründe hierfür können vielfaltig sein, allem voran Bequemlichkeit („Es funktioniert und tut was ich will, warum sollte ich updaten?“) und weil man vielleicht nicht weiß wie es geht.

Ich möchte im folgenden meinen Standpunkt erläutern, warum es wichtig ist, seine Software auf dem aktuellsten Stand zu halten.

Aktuelle Software fängt beim Betriebssystem an, sei es nun Windows, Linux oder MacOS X, geht über den Browser, Texteditor, Bildbearbeitung und Medienplayer und hört bei den Treibern auf. Also alles, was auf einem Computer oder Computerähnlichem Gerät läuft.

Ein aktuelles Beispiel für veraltete Betriebssysteme ist Windows XP, dessen verlängerter Support nächstes Jahr im April ausläuft. Jeder der noch Windows XP einsetzt, sollte sich ernsthaft überlegen, etwas anderes einzusetzen, weil es ist die unsicherste noch verbreitete Windows Version. Windows ist seit XP mit jeder neuen Version sicherer geworden, Microsoft hat einiges getan, um wenigstens grundlegenden Schutz vor Bedrohungen bereitzustellen. Dazu gehören z.B. die Windows-Firewall, Windows-Defender (=Antivirus) und die Benutzerkontenkontrolle UAC (nicht jedes Programm darf alles machen, z.B. Systemdateien ändern). Windows XP hat von diesen dreien nur die Firewall, die auch erst mit Service Pack 2 integriert wurde (das letzte Service Pack ist SP3). Windows Versionen ab Vista bieten alle drei Features und aktuelle Windows Versionen (7 + 8) gehören übrigens zu den sichersten Betriebssystemen überhaupt.

Diese drei Features bieten zwar, wie bereits erwähnt, grundlegenden Schutz, jedoch jede Internet Security eines Drittanbiertes bietet deutlich besseren Schutz. Deswegen empfehle ich jedem auch eine solche einzusetzen. Dies muss keine keine kostenpflichtige Version sein, die jedes Jahr ca. 30 EUR kostet, es gibt auch genügend empfehlenswerte kostenlose Produkte. Die Suchmaschine der Wahl kann hier weiterhelfen, ich kann für den Vergleich von Internet Securities AV-TEST empfehlen. Als kostenlose Security Suites kann ich persönlich Comodo und ZoneAlarm empfehlen, ich hatte beide Produkte im Einsatz.

Auf Linux ist der Sachverhalt aktueller Software anders, in der Regel ist es wesentlich einfacher, das Betriebssystem und die Software auf dem aktuellen Stand zu halten. Die meisten Distributionen bieten einen grafischen Paketmanager an, der darauf aufmerksam macht, solbald es Updates gibt und die der Benutzer dann installieren kann.

Für MacOS kann ich leider nicht sprechen, ich habe nie einen Mac besessen. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass es vor einer Weile in diesem Betriebssystem eine große Java-Sicherheitslücke gab, die durch die Fachpresse ging. Die von Apple eingesetzte Java-Version war stark veraltet und somit unsicher. Apple hat jedoch schnell reagiert und nachgebessert und setzt seitem eine andere und aktuellere Java-Runtime ein (leider hab ich hierzu keine spezifischen Belegsquellen gefunden).

Man sieht, auch Unix-artige Betriebssysteme sind von Sicherheitslücken betroffen. Damit sind wir nun beim ersten Grund, aktuelle Software einzusetzen:

1. Mehr Sicherheit

Neue Software ist grundsätzlich sicherer, auch wenn es oft in den Changelogs (=was ist neu in dieser Version) nicht erwähnt wird, man kann davon ausgehen, das mit jedem Update Sicherheitslücken geschlossen werden. Mozillas Browser Firefox erhält z.B. außerplanmäßige Updates, wenn größere Sicherheitslücken bekannt werden. Der Browser ist heutzutage eine der am meisten eingesetzte Software und bietet eine dementsprechend große Angriffsfläche. Sicherheitsupdates sind hier sehr wichtig. Gerade auch im Hinblick auf die aktuelle NSA-Affähre mit der USA sind Sicherheitsupdates wichtiger denn je.

2. Neue Features

Teilweise bieten neue Versionen neue Features an, Firmen und Opensource-Projekte hören oft auf Ihre Kunden und Benutzer und bessern nach. Meist sind es nur kleine Detailnachbesserungen die bestimmte Worksflows betreffen, aber für die Betroffenen kann es eine große Verbesserung darstellen. Auch kompett neu eingeführte Features sind nicht selten. Webbrowser sind auch hier ein gutes Bespiel, Google Chrome erhält regelmäßig neue Features zur Integration der Google-Services. Ein persönliches Beispiel ist der von mir eingesetzte Bildbetrachter XnView,  bei dem man seit dem letzten Update endlich Auswahlrahmen an jeder Stelle der Rahmens vergößern kann, nicht nur an den Ankern.

3. Bessere Performance

Gerade bei jungen Projekten und neuer Software sind derartige Verbesserungen nicht unüblich. So kann es z.B. sein, das die geliebte Bildbearbeitungssoftware nach einem Update deutlich schneller startet oder Rendervorgänge schneller sind. Für Gamer haben in Bezug auf Performance Treiberupdates eine besondere Rolle. Am wichtigsten sind Updates des Grafiktreibers, die immer für aktuelle Spiele optimiert werden.

Dies sind meiner Meinung nach die wichtigsten Gründe, neue und aktuelle Software einzusetzen. Selbst wenn es manchmal etwas unbequem ist und man Zeit investieren muss, um auf die neuste Version umzustellen, profitiert man davon. Viele Softwaretools und haben heutzutage eigene Updatemechanismen integriert, sodass man nicht mehr selbst die Homepage besuchen und die neue Version manuell herunterladen muss. Die Browser Firefox und Chrome haben sogar Hintergrunddienste, die die Browser im Hintergrund und ohne dass der Benutzer etwas unternehmen muss, auf dem neusten Stand halten. Windowsupdates laufen ebenfalls komplett unbemerkt, wenn man sie so konfiguriert, man sollte den Rechner nur regelmäßig neu starten. Wenn man sich selbst nicht traut, den PC zu aktualisieren, so kann man sicher jemanden aus der Familie oder dem Bekanntenkreis bitten zu helfen.

Auch wenn jemanden die genannten Punkte 2 und 3 nicht interessieren, so möchte man als Benutzer wenigstens seinen PC so sicher wie möglich haben und sollte ihn aktuell halten. So kann man sich ohne Sorgen im Internet bewegen, einkaufen und spielen.