Clean Links – Saubere Links

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Als moderner Mensch, der viel Online ist, schickt man auf täglicher Basis Links an andere. Auf sozialen Plattformen, im Instant-Chat und per Email.

Manchmal sind diese Links kurz und klar und manchmal sehr lang und unhandlich. Wie kommt das?

Viele Seiten hängen an die eigentlichen Adressen Tracking-Informationen an. Das muss grundsätzlich nicht schlecht sein, um die Services zu verbessern kann es durchaus sinnvoll sein, zu verfolgen, wie die Benutzer auf eine bestimmte Produktseite gelangt sind. Als prominentes Beispiel kann man hier den Online-Händler Amazon nennen.

Clean Links sind „saubere“ Links, aus denen jegliche unnötige Parameter und Tracking-Informationen entfernt worden sind. Dies hat mehrere Vorteile, die Links sind kürzer und besser lesbar sind und vor allem die Privatspäre ist besser geschützt.

Um genau zu verstehen, wie Links funktionieren, müsste man tiefer in die Thematik einsteigen, ich möchte nur das erläutern, was nötig ist, um Clean Links zu herzustellen.

Sehen wir uns einen Link von Amazon an:

http://www.amazon.de/HTC-Smartphone-Touchscreen-Ultrapixel-NFC-f%C3%A4hig/dp/B00BFUSB28/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1388766862&sr=8-1&keywords=htc+one

Der Link beginnt mit der Adresse von Amazon (www.amazon.de), geht mit dem Produkt weiter (HTC-Smartphone-…)und hört mit ein paar Parametern auf (ref=sr_1…).

Genau hier setzten clean Links an. Die meisten (oft alle) dieser Parameter sind nämlich nicht nötig, möchtete man das Produkt jemand anderem zeigen.

Parameter erkennt man recht einfach in einer Webadresse:

http://webadresse.com/index.php?PARAMETER&PARAMETER2&PARAMETER3

Parameter werden mit „?“ an eine Webadresse angehängt, weitere mit „&“.

Im Falle von Amazon kann man alles ab dem Fragezeichen weglassen, da hier nur Trackinginformationen übergeben werden (Achtung, es wird sehr technisch: UTF-8 Encoding, quid [=Query-ID?], keywords[=Schlüsselworte] werden alle nicht für einen funktionierenden Link benötigt), aber in diesem Fall kann man sogar noch mehr weglassen.

Testen offenbart, der gesäuberte Link sieht nun so aus:

http://www.amazon.de/HTC-Smartphone-Touchscreen-Ultrapixel-NFC-f%C3%A4hig/dp/B00BFUSB28

Wenn man sich nicht sicher ist, was man weglassen kann, einfach ausprobieren, bis man einen funktionierenden Link hat.

ABER:

Parameter sind nicht immer Trackinginformationen und werden oft sogar benötigt. Es gehört ein wenig Erfahrung (und technisches Gefühl) dazu, um zu erkennen, wann dies der Fall ist.

Sogenannte Seitenanker (Links innerhalb einer Webseite) sollten nicht weggelassen werden. Wikipedia macht hier starken Gebrauch davon. Man erkennt Seitenanker an dem „#“ (Doppelkreuz oder Nummernzeichen) in der Webadresse. Hier ein Beispiel:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperlink#World_Wide_Web

Wenn jemand diesen Link besucht, springt der Webbrowser direkt zum Abschnitt „World Wide Web“.

Auf vielen Seiten werden Parameter auch für Funktionen wie Suche oder Sortierung verwendet. Ohne diese Parameter funktioniert die angeforderte Seite entweder gar nicht, Links wären also nicht funktionsfähig, oder die Person, an die der gekürzte Link geschickt wurde, bekommt nicht das exakt gleiche zu sehen. Ein solcher Link sieht z.B. so aus:

http://alternativeto.net/software/firefox/?platform=linux&license=free

Die Parameter hier sind nur die zusätzlichen Sucheinschränkungen Plattform=Linux und nur kostenlose Programme.

Der folgende Link würde ohne Parameter gar nicht funktionieren, da er die eigentliche Suchanfrage (und Sortierung) enthält:

http://www.nyaa.se/?page=search&cats=1_37&term=To+Love-Ru%3A+Trouble&sort=6

Mit ein wenig Erfahrung und technischem Gefühl kann man viele Links, die man mit jemandem teilen will, säubern und kürzen. Die Webadresse wird übersichtlicher und man erschwert es, im Web verfolgt zu werden. Die paar Sekunden die es mich kostet einen Link zu säubern, bevor ich ihn versende, sind es mir wert und ich werde mit einer besseren Privatspäre belohnt.

Ein letzter Tip: Man sieht auch oft Links von sogenannten URL-Shortenern, die Links kürzen. Bekannt ist hier z.B. bitly. Man sollte derartige Links vermeiden, wenn es geht.

Diese URL-Shortnener machen nämlich etwas ganz anderes als Links zu säubern: Jedem geküztem Link wird ein alphanumerischer Code zugewiesen, klickt man auf eine derartige Adresse von bitly oder anderen Shortenern, wird man auf den ursprünglichen Link weitergeleitet. Ein solcher Link sieht so aus:

http://v.gd/2D9ZI6 (dieser Link zeigt auf ouwsome.eu)

Diese Links haben einen riesigen Nachteil: Man sieht nicht, wohin man tatsächlich weitergeleitet wird, wenn man mit der Maus auf einen derartigen Link zeigt (in der Statuszeile des Browsers wird nur die Linkdresse des Shorteners angezeigt). Man kann also auch auf potentiell gefährliche Seiten weitergeleitet werden. Klick man den Link, kann es schon zu spät sein.

Ich vermeide es, Links von URL-Shortenern zu klicken, im Zeifelsfall klicke den gekürzten Link einfach nicht.

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